Dachverband
Der Akademische Turnbund (ATB)
Der Akademische Turnbund (ATB) ist der Dachverband der Turn- und Sportverbindungen in Deutschland. Er wurde am 27. Juni 1883 in Jena auf der Schweizer Höhe von fünf Turnverbindungen aus Aachen, Freiburg, Jena, Berlin und München gegründet. Mit der Zeit schlossen sich weitere Sport- und Turnverbindungen aus ganz Deutschland und Österreich dem ATB an.
Am 27. Oktober 1935 beschloss der Aktive Bund (AB) des ATB angesichts des zunehmenden Drucks zur Gleichschaltung durch das Dritte Reich seine Auflösung. Am 5. Februar 1950 wurde der ATB in Marburg neu gegründet und besteht bis heute. Aktuell zählt der ATB 34 aktive Verbindungen in verschiedenen Städten Deutschlands.
Das schwarze Prinzip
Bei der Gründung wurde das schwarze Prinzip vereinbart. Dieses legt fest, dass keine Farben getragen werden dürfen (also keine Mützen und/oder Bänder) und dass keine Mensuren geschlagen werden dürfen.
Das Sportprinzip
Eines der wichtigsten Merkmale des ATB ist das Sportprinzip. Es verbindet die aktiven ATB-Korporationen miteinander. Um den Sport gemeinsam zu erleben, finden im Laufe jedes Semesters unterschiedliche Turniere statt. Alle vier Jahre im Sommersemester findet das ATB-Fest statt, bei dem über ein Wochenende hinweg verschiedene Sportarten im Wettkampf angeboten werden. Aufgrund der großen Spannbreite an Turnieren ist für jeden etwas dabei und alle dürfen mitmachen – egal, ob Aktiver, Altherr (AH) oder Altedame (AD).
Das Lebensbundprinzip
Ein weiteres wichtiges Merkmal des ATB ist das Lebensbundprinzip. Es ist nicht spezifisch für den Dachverband, sondern ein allgemeines Prinzip aller Verbindungen. Es bedeutet, dass wir, wenn wir uns dazu entscheiden, ein Leben lang mit der Verbindung und dem Dachverband verbunden sind – dies gilt als Aktiver im Studium genauso wie als AH oder AD nach dem Studium. Ein besonderes Merkmal im ATB ist der sogenannte „Duz-Kommentar”, das heißt, dass sich alle duzen. Dies kann in anderen Verbindungen oder Dachverbänden abweichen.